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Mediengestaltung ist Handwerk

Im Oktober soll es erscheinen, das große Standardwerk der Küchenwissenschaft. Momentan in Korrektur bei der Lektorin, wird es bald noch einmal bei mir aufschlagen.

Bei einem über 900 Seiten starken Buch zählen natürlich ganz andere Dinge, als bei einem Flyer. Kreativität ist das eine, aber ein solcher Auftrag benötigt Planung, Überblick, Erfahrung, Fachwissen und HANDWERK.
Es muss von Anfang an sauber gearbeitet werden. D. h. es werden Musterseiten aufgebaut, Textvariablen für die Kolumnentitel erstellt, Absatz- Zeichen-, Tabellen- und Objektformate angelegt, Tastaturkürzel für die Formate festgelegt etc. Effizientes und sauberes Arbeiten ist gefragt, hier zeigt sich die handwerkliche Komponente des Mediengestalters – die mir persönlich sehr viel Spaß macht und liegt.

Danke an den Matthaes Verlag, der mir diesen wunderbaren Auftrag erteilt hat!

On food and cooking
Allgemein, Typografie

Was ist ein Durchschuss?

In meinem Kurzkrimi wird der arme Elefantenrüssel durchschossen. Aber was ist denn nun ein Durchschuss? Der Zeilenabstand, sagen viele. NEIN!

Der Begriff Durchschuss kommt aus der Zeit des Bleisatzes. Er bezeichnet den optischen Zwischenraum zwischen zwei Zeilen.
Im Bleisatz wurden, um Zeilen einen Abstand zu geben, Regletten (schmale Bleistücke, die nicht druckten) zwischen die Letterzeilen „geschossen“.
Wenn diese Regletten fehlten, also kein Durchschuss vorhanden ist, nennt man den Text „kompress“ gesetzt.

Der Durchschuss ist also der Abstand zwischen der Unterlänge eines Kleinbuchstabens (Gemeine) und der Oberkante eines Großbuchstabens (Versalie) bzw. wenn diese länger sind, die Oberlänge der Kleinbuchstaben.

Der Zeilenabstand dagegen wird von Grundlinie zu Grundlinie gemessen.

Allgemein, InDesign, Kunden

Wozu braucht man eine Reinzeichnung?

Immer wieder bekomme ich ungläubige Blicke zu spüren, wenn ich „Reinzeichnung“ auf die Frage antworte, „was machst Du denn hauptsächlich“?

Was ist eine Reinzeichnung?

Nun, ein Layout machen und Druckdaten reinzeichnen sind zwei paar Stiefel. Wobei, als echte Reinzeichnerin für mich ja eigentlich nicht, denn den Großteil der Reinzeichnung erledige ich schon im Vorfeld/während des Arbeitens (Seitenformat, Beschnitt, korrekte Farben, Bildauflösungen, Überfüllungseinstellungen etc. Nur wenn alles stimmt, kann ein korrektes PDF für den Druck ausgegeben werden). Andere Arbeiten, wie das Freistellen von Bildern werden erst einmal nur grob erledigt und erst nach der Abnahme des Layouts wird die sorgfältige Bearbeitung gemacht.

Auch mikrotypografische Eingriffe wie das Ausgleichen von Schriften über das Kerning sind Spezialaufgaben für einen Reinzeichner.

Natürlich ist auch der Umfang der Publikation entscheidend, wie detailreich eine Reinzeichnung sein muss. Selbstverständlich müssen bei allen Printmedien bestimmte Parameter immer stimmen: Aber z.B. bei Broschüren, Katalogen, Buchinhalten… Da ist die Beherrschung der Layoutsoftware ganz besonders wichtig.
Absatz- und Zeichenformate werden schon im Vorfeld für jede einzelne Textauszeichnung angelegt, auch Tabellenformate oder Objektstile sind, je nach Publikation nötig und sinnvoll.
Das Anlegen von Bibliotheken für wiederkehrende Elemente erleichtert ebenfalls die Arbeit.

Für mich heißt Reinzeichnung also nicht nur, die Datei so anzulegen, dass sie druckbar ist, sondern auch, im Vorfeld zu überlegen, wie man eine Datei so intelligent anlegt, dass man hinterher zügig und professionell arbeiten kann.
Gerne wird gesagt, InDesign erleichtert einem durch viele Automatismen die Arbeit. Ja, das stimmt, aber nur, wenn auch weiß, wie man diese Automatismen nutzt und die Datei vorbereiten muss!

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Elefantenrüssel

In meinem Kurzmailing ist von einem Elefantenrüssel die Rede. Dieser Begriff kommt aus der alten Druckersprache. Die früheren Großbuchstaben der Frakturschriften hatten oft geschwungene Anfangsstriche, die durch ihre S-Form an einen Rüssel erinnerten.

Bildquelle: Wikipedia